



Wir glauben daran, dass jede und jeder eine zweite Chance verdient hat. Wenn du deine früheren Entscheidungen überdenken und neue Wege gehen möchtest, begleiten wir dich vertraulich, kostenfrei und auf Wunsch völlig anonym Schritt für Schritt aus der rechten Szene.
Gemeinsam auf Augenhöhe und mit hohem Respekt vor deinen Zielen erarbeiten wir neue berufliche Perspektiven, unterstützen bei Herausforderungen wie Schulden oder Sucht und helfen beim Aufbau eines neuen sozialen Umfelds. Unsere Beratung erfolgt absolut unabhängig von Polizei und Justiz an einem neutralen Ort deiner Wahl.

Du bist in der rechten Szene unterwegs, merkst aber, dass sich etwas verändert hat? Distance – Ausstieg Rechts ist dein zivilgesellschaftliches und kostenloses Ausstiegsprogramm in Niedersachsen. Wir bieten dir einen sicheren Raum, um deine Fragen zu besprechen und neue Wege einzuschlagen.
Du hast negative Erlebnisse, Enttäuschungen oder Konflikte innerhalb der extrem rechten Szene gemacht.
Du hinterfragst zunehmend, ob die Ansichten und das Weltbild der Szene wirklich noch zu dir passen.
Du bist häufig anderer Meinung als deine Kamerad:innen, traust dich aber nicht, das offen auszusprechen.
Du fühlst dich in der Gegenwart deiner Gruppe oder bei gemeinsamen Treffen nicht mehr wohl oder sicher.
Du hast Gewissensbisse oder Vorbehalte, an geplanten Aktionen, Demonstrationen oder Treffen teilzunehmen.
Du möchtest dich persönlich weiterentwickeln und Ziele verfolgen, die in der Szene keinen Platz haben.
Frank lernte vor einem Jahr, kurz nach seiner Gefängnisentlassung, seine neue feste Freundin Tamara (26) kennen, die sich mit seiner Szenezugehörigkeit von Anfang an nicht wohl gefühlt hat. Immer wieder gibt es Streit, wenn Frank sich mit seinen Kameraden trifft oder einschlägige Veranstaltungen besuchen möchte. Weil sich die Problematik immer weiter auf seine Beziehung und die baldige Geburt seines Sohnes auswirkt und Frank, durch die wachsenden Irritationsmomente seit der Haft, Zweifel an seiner Szenezugehörigkeit hat, setzt er sich durch seinen Bewährungshelfer mit der Ausstiegsberatung Distance – Ausstieg Rechts in Verbindung. Bei der Ausstiegsberatung kann sich Frank kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym eine klient:innenorientierte Beratung holen, die ihm bei dem Szeneausstieg, der Lebensplanung außerhalb der Szene und der Aufarbeitung seiner ideologischen Ansichten unterstützt.
Hierfür wurde vom Bewährungshelfer per Telefon mit der Ausstiegsberatung Distance Ausstieg Rechts Kontakt aufgenommen und das Anliegen des Klienten geschildert. Daraufhin wurde ein Erstgespräch mit Frank und Berater:innen von Distance Ausstieg Rechts vereinbart. Da Frank kein Auto besitzt und die Verkehrsanbindungen bei ihm im Dorf sehr schlecht sind, wird ein Treffen bei einem gut erreichbaren Ort mit Frank vereinbart. Beim Erstgespräch wird Frank die Ausstiegsberatung Distance Ausstieg Rechts und deren Leitlinien vorgestellt. Das Erstgespräch, wie auch die weiterführenden Gespräche, werden mit Einverständnis von Frank transparent dokumentiert.
Die Anonymität, die Datenerfassung und die Aufklärung über das Zeugnisverweigerungsrecht werden im Gespräch aufgegriffen, damit Frank ausreichend informiert ist.Nun kann Frank sein Anliegen und seine aktuelle Situation schildern. Darauf aufbauend können aktuelle Wünsche, Vereinbarungen zwischen Frank und der Berater*innen, die weiteren Schritte und mögliche Beratungsziele formuliert und dokumentiert werden. Dadurch wird ein Überblick für beide Seiten geschaffen, die nach Bedarf wieder aufgegriffen, erweitert oder verändert werden können. Nach dem Erstgespräch gibt es eine Bedenkzeit, in der Frank in Ruhe entscheiden kann, ob er von Distance – Ausstieg Rechts begleitet werden möchte.
Nach dem Erstgespräch können in unterschiedlichen Abständen und nach terminlicher Absprache neue Termine nach und nach vereinbart werden. Hier wird auf die täglich wechselnde Arbeitszeit von Frank eingegangen, um eine reibungslose Terminfindung gewährleisten zu können.Bei Franks erstem und zweiten Kennlerngespräch mit den Berater:innen von Distance - Ausstieg Rechts konnte er erst einmal seine Biographie erläutern und über bestimmte Themenpunkte, die ihn gerade beschäftigten, sprechen. Hier wurden essenzielle Beratungsschwerpunkte gesetzt, um Franks weitere Lebensumstände zu regeln und ggf. ihn aus gefährlichen Szenekontexte herauszunehmen.
Weitere lebensverändernde Maßnahmen, wie bspw. eine anstehende berufliche Umorientierung oder Veränderung des sozialen Umfeldes, wurden mit Frank durchgesprochen und festgelegt. Außerdem wurde Frank die Möglichkeit geboten eigene wichtige Themenschwerpunkte festzulegen, die in den nächsten Beratungsterminen aufgegriffen werden. Zudem wird ein sogenannter Zeitstrahl zusammen mit Frank erstellt, der die eigene Geschichte entflechtet und dadurch reflektiert. Dadurch können Einblicke in die Vergangenheit und Gegenwart gegeben werden, die Aufschlüsse über die Gegenwart und ggf. auch die Zukunft geben können. Durch die detailliert erarbeitete Beschreibung des Lebens des Klienten, können zudem weitere Ziele für die Zukunft erarbeitet und formuliert werden. Hierzu zählt bspw. eine rassistisch motivierte Situation, in der Frank während seiner Szenezugehörigkeit involviert war.
Es wurden von ihm und seinen Kameraden eine Gruppe von migrantisch gelesenen Jugendlichen hinterrücks auf einem öffentlichen Platz attackiert und lebensgefährlich verletzt. Diese Situation möchte er mit uns besprechen und seine hier vertretenden rassistischen Ansichten, die durch Ideologiearbeit innerhalb der Beratung aufgearbeitet werden, reflektieren. Die Ansichten möchte er hinterfragen und neue Ansichten und Überzeugungen selbstständig mit Hilfe der Berater*innen etablieren. Als Frank einen ersthaften Streit mit seiner Freundin hat, der zu dem Zeitpunkt für ihn spürbare Schwierigkeiten, wie eine vorrübergehenden Wohnungslosigkeit nach sich zogen, wurde er rückfällig und quartierte sich übergangsweise bei einem „ehemaligen“ Kameraden ein.
Bei einem Treffen der Kameradschaft jedoch wurde Frank in einen Streit mit seinen Kameraden verwickelt, da diese Gerüchte von seinem mutmaßlichen Ausstieg mitbekommen haben. Frank überlebte diese Auseinandersetzung nur durch das Eingreifen von Polizeikräften, die durch Zivilisten auf die brutale Schlägerei aufmerksam gemacht wurden. Nach dieser Auseinandersetzung erreichte Frank einen weiteren Punkt, der ihn dazu brachte, sich mit seiner Freundin aussprechen und die Beratung bei Distance - Ausstieg Rechts erneut aufzunehmen.
Diese wurde selbstverständlich weitergeführt. Die Berater:innen und Frank entscheiden gemeinsam, dass es für Frank und seine Familie besser wäre in eine andere Stadt zu ziehen, um das gewalttätige Umfeld der Szene hinter sich zu lassen und dort besser geschützt zu sein. Mit Unterstützung der Berater:innen kann Frank in der neuen Stadt eine Wohnung und eine neue Arbeit finden. Mittlerweile ist sein Sohn auf der Welt und er und seine Freundin haben sich einen neuen, kleinen Freundeskreis aufgebaut. Frank befindet sich weiterhin freiwillig in der Beratung bei Distance – Ausstieg Rechts.
„Ich dachte, wir wären Brüder. Doch als ich im Gefängnis saß, zählte nur noch, dass ich den Mund halte.“
Frank (25) findet mit 13 Jahren den Zugang zur extrem rechten Szene. In der Schule erlebt er Mobbing und Ausgrenzung durch Mitschüler:innen. Auf der Suche nach Anerkennung stößt er über seine Liebe zur Musik auf Rechtsrock – und findet schnell Anschluss an eine rechtsextreme Kameradschaft. Die Gruppe gibt ihm das Gefühl von Zusammenhalt und Zugehörigkeit, das ihm bisher gefehlt hat.
Frank (25) findet mit 13 Jahren den Zugang zur extrem rechten Szene. In der Schule erlebt er Mobbing und Ausgrenzung durch Mitschüler:innen. Auf der Suche nach Anerkennung stößt er über seine Liebe zur Musik auf Rechtsrock – und findet schnell Anschluss an eine rechtsextreme Kameradschaft. Die Gruppe gibt ihm das Gefühl von Zusammenhalt und Zugehörigkeit, das ihm bisher gefehlt hat.
Frank (25) findet mit 13 Jahren den Zugang zur extrem rechten Szene. In der Schule erlebt er Mobbing und Ausgrenzung durch Mitschüler:innen. Auf der Suche nach Anerkennung stößt er über seine Liebe zur Musik auf Rechtsrock – und findet schnell Anschluss an eine rechtsextreme Kameradschaft. Die Gruppe gibt ihm das Gefühl von Zusammenhalt und Zugehörigkeit, das ihm bisher gefehlt hat.

Während unserer täglichen Arbeit bekommen wir bestimmte Fragen häufig gestellt. Damit du sofort eine Antwort hast, haben wir dir die häufig gestellten Fragen zusammengestellt.